Schnee, Museen und Musik

Der schöne Schnee verwandelte sich im Lauf des Tages in Graupel und strömenden Regen. Vermischt mit unanständigen Windböen und kalten zwei Grad, ergab das die ideale Mischung für einen mehrheitlich indoor stattfindenden Sightseeing-Tag in Washington D.C. Wir zogen alles an, was irgendwie wasserdicht war und stapften zum weissen Haus. Der Zufall wollte es, dass genau zu diesem Zeitpunkt der ganze Präsidenten-Konvoi samt Töff, Polizeiwagen etc. das Gelände verliess. Natürlich wollte uns keiner sagen, ob nun Herr oder Frau Trump das Haus verlassen hatten, um Weihnachtseinkäufe zu tätigen.

Mister Präsident verlässt das weisse Haus

Wir liessen die Trumps also ihren wichtigen Pflichten nachgehen und flüchteten vor dem echt miesen Wetter in eines der vielen Museen, die in Washington alle gratis sind! Im National Museum of American History bestaunte ich die Kleider vieler First Ladys, die sie am Tag der Präsidenten-Einführungen trugen. Das ist eine ganz witzige Mode-Geschichte durch rund 220 Jahre. Interessant ist auch, dass die Frauen der ersten Präsidenten Amerikas oft früh verstarben und deshalb eine Schwester, eine Nichte oder sogar eine Tochter die Rolle der First Lady übernahm.

Typewriter Eraser, Scale X von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen, 1998, im Skulpturen-Garten der National Gallery of Art.

Als wir wieder einigermassen trocken waren, marschierten wir durch den Skulpturen-Garten (wär schöner bei schönem Wetter ...), tranken heissen Tee im Pavillon-Cafe (sehr zu empfehlen!) und flohen dann ins Newseum. Ein gigantisches Medienmuseum, wo wir natürlich vor allem die "Pictures of the Year" aus verschiedenen Jahren betrachteten. Doch je länger wir durch dieses architektonisch umwerfende Museum flanierten, desto bedrückter wurden wir. Presse-Fotografie zeigt eben zu 99% die schlimmen Dinge dieser Welt. Und doch ist es gut, wenn Kriegsgräuel aufgedeckt werden, auch wenn dies die Menschen leider nicht davon abhält, ständig neue Gräueltaten zu begehen…

Berichterstattung zum Anschlag aufs World Trade Center (11.9.2001) mit Titelseiten dutzender amerikanischer Zeitungen und einem Trümmerteil aus Ground Zero als Mahn-Skulptur im Newseum.

"The only security of all is in a free press", sagte schon US-Präsident Thomas Jefferson um 1805.

Um uns aufzuheitern gingen wir ins Kino. Und das ist nun wirklich ein bequemes Vergnügen in Amerika. Man sitzt in grossen Ledersesseln, die sich per Knopfdruck in Liegesessel verwandeln lassen. Selbstverständlich gibts ein Loch für Kaffeebecher oder Cola und ein noch grösseres für den Popcorn-Kübel. Und dann traten für uns die Queens auf. Das tat gut nach all den traurigen Fotos und Texten. Tolle Musik, toller Schauspieler, die Story vielleicht ein bisschen geschönt. Aber wer die Queens und Freddy Mercury mag, sollte sich den Film anschauen.

Den Abend beendeten wir mit Bier und Bar-Food in einer Art Pub. Einfach viel grösser als im Irischen und auch etwas eleganter. Das Wetter hingegen könnte irischer nicht sein. Slainte!

Union Station in Washington D.C. ist ebenfalls eine Augenweide

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