Von Flugpionieren und verschwundenen Menschen


In North Carolina steht auf jedem Auto-Nummernschild „First in Flight“. Das hat seine Ursache auf den Outer Banks. An einem kalten Dezembermorgen im Jahr 1903 brachten es die Brüder Wilbur und Orville Wright fertig, ein Flugzeug mit einem Motor abheben zu lassen. Es blieb genau 13 Sekunden lang in der Luft und legte dabei 37 Meter zurück. Doch bereits beim 4. Versuch blieb der Flieger, den Wilbur Wright auf dem Flugzeug liegend steuerte, schon 59 Sekunden in der Luft und landete nach 260 Meter wieder sicher auf dem Boden. Das war tatsächlich der Anfang der motorisieren Fluggeschichte. 1927 flog Charles Lindbergh bereits von New York über den Atlantik nach Paris. Und seit 11. Oktober dieses Jahres kann man in knapp 18 Stunden nonstop von New York nach Singapur fliegen.

Denkmal für die Gebrüder Wright in Kill Devil Hills

Die Gebrüder Wright hatten mit einem Veloladen begonnen, doch ihre Leidenschaft und der unerschütterliche Glauben, dass Fliegen mit Motorkraft möglich sei, machte sie zu Helden der Luftfahrt. Ihnen ist hier ein riesiges Openair-Museum gewidmet mit Denkmal, nachgestelltem erstem Flug (s. Fotos) und den Original-Hütten, in denen die Brüder ihr Flug-Camp hatten. Wer mehr über die interessante Geschichte der Gebrüder Wright erfahren will, findet hier viele Infos.

Unser nächster Besuch gilt Roanoke Island, wo es gleich zwei Skurilitäten zu besichtigen gibt: einen elisabethanischen Garten und die historische Stätte der "Lost Colony". Der Garten wurde - logisch - von einem Engländer zu Ehren der englischen Königin angelegt. Der kürzlich durchgefegte Hurrikan hat das schöne Tor zum Meer allerdings arg zerzaust.

Es sieht ziemlich morbid aus und gefällt mir gerade deshalb besonders gut. Man könnte sich dazu ein paar tolle Gespenster- und Piratengeschichten ausdenken. Wie z.B. die über Nags Head: Piraten banden ihren Gäulen (Nags) nachts Lampen um den Hals und liessen sie am Strand auf und ab gehen. Die Schiffe meinten, einen sicheren Hafen gefunden zu haben und liefen bald auf Grund. Die Piraten konnten sich auf die Suche nach schlechtem Rum und reicher Beute machen.

The Queen and the Nutcrackers

Selbstverständlich ist Queen Elisabeth in ihrem Garten vertreten, zur Zeit umrahmt von weihnachtlichen Nussknackermännchen. Zwischen den blühenden Kamelien (ja, die tun das hier bereits im November!) stehen auch Rentiere, Bambis und Weihnachtsmänner, natürlich alle mit blinkenden Lichtern versehen. Gottseidank sind sie tagsüber noch ausgeschaltet.

Virginia Dare, das erste in Amerika geborene Kind von englischen Emigranten

Diese Marmorstatue zeigt Virginia Dare. Virginia war das erste englische Kind, das 1587 in der neuen Welt geboren wurde. Allerdings zeigt die Statue bloss eine Vorstellung, wie Virginia als erwachsene Frau ausgesehen haben könnte. So kann man natürlich jede Frau zur Beauty formen. Fake News schon damals...

Das Mädchen verschwand nämlich mit seiner ganzen Sippe spurlos von Roanoke Island. John White hatte die erste Kolonie 1585 hier gegründet und war nach Europa zurückgekehrt, um Nachschub an Nahrung und Saatgut zu holen. Als er fünf Jahre später zurück kam, fehlte von den ersten Siedlern jede Spur und man weiss bis heute nicht, ob sie mit freundlichen Indianern weitergezogen waren, verhungert oder massakriert wurden. Und was man nicht aufklären kann, bleibt für immer ein Mysterium, eine Geschichte, die hier jeden Sommer im Freiluft-Theater unter dem Namen „The Lost Colony“ aufgeführt wird.

Theater am Meer, wo jeden Sommer "The Lost Colony" aufgeführt wird.

Endlich, endlich reisst der Himmel auf, sodass wir den dritten Leuchtturm der Outer Banks auch noch anständig auf die Linse kriegen.

Body Island Lighthouse

Das Schönste aber folgt zum Sonnenuntergang. Überm Strand liegen luftige Nebelbänke und die untergehende Sonne erzeugt ein Licht, dass man sich zwischen Dünen und Meer ein einem Traumland wähnt. Magic!

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