Schlechter Rum und kitschige Filme


Von Ocracoke bringt uns wiederum eine Fähre nach Hatteras, einem Mekka für Kite-Server. Allerdings ist heute kein Einziger zu sehen, die Saison ist vorbei. Nur Fischer lassen ihre Ruten in die Fluten segeln und stehen zu Dutzenden am Strand. Sie üben für eine Fishing-Competition. Mehr als 300 Fische hat einer in drei Tagen gefangen, aber freundlicherweise alle wieder ins Meer geworfen.

Auch der Leuchtturm auf Cape Hatteras ist bereits geschlossen. Gerne wären wir auf den 69 Meter hohen Turm gestiegen, um die Outerbanks mal von oben zu sehen. Der 1870 erbaute Turm stand einst viel näher am Meer und hatte 40 Hurrikanen und einem schweren Erdbeben stand gehalten. Doch der Atlantik kam immer näher und deshalb versetzte man den Turm fast 750 Meter weit ins Landesinnere. 23 Tage dauerte der Umzug und kostete 12 Millionen Dollar. Jetzt steht der höchste Leuchtturm der USA wieder sicher und bewahrt die Schiffe vor Unglück. Hier gibt es nämlich nicht umsonst ein Museum mit dem Namen „Graveyard of the Atlantic“. (Friedhof des Atlantiks). Unzählige Schiffe sind auf Sandbänke aufgelaufen und untergegangen.

Der Atlantik beginnt zu brodeln, ich übe mich im yogen

Damit wir die richtige Vorstellung vom rauhen Wetter hier draussen bekommen, ziehen jetzt dunkle Wolken auf. Trotzdem möchte ich meinen Geburtstag hier draussen feiern und wir haben über airbnb ein Häuschen, das "Mermaid Shanty" in Kill Devil Hills, gemietet. Das Dorf heisst nicht etwa so, weil in den Sanddünen regelmässig Menschen durch Teufels Hand zu Tode kommen, sondern weil früher bei Schiffsbrüchen oft Rum angeschwemmt wurde. Dessen Qualität soll so miserabel gewesen sein, dass die Einwohner sagten, er könne sogar den Teufel umbringen (it kills the devil).

Schlechten Rum gibts bei uns nicht, dafür leuchtende Teller. In einem Diner bestellte Beat Sashimi und das wurde auf Eis serviert. Plötzlich begann der Fisch zu leuchten, bis wir feststellten, dass unter dem Eis doch tatsächlich ein farbenwechselndes Lämpchen verborgen war. Seltsame Sitten ...

Da für die kommenden Tage viel Regen und Sturm angesagt ist, decken wir uns mit Lebensmitteln ein und verkriechen uns im supergemütlichen "Mermaid Shanty".

So schöne Häuschen findet man über airbnb - genial!

Der Regen prasselt aufs Dach, der Wind rüttelt an den Wänden und wir gucken „Nights in Rodanthe“ (Das Lächeln der Sterne). Der Nicholas Sparks-Streifen spielt nämlich in Rodanthe, einem kleinen Streudorf auf den Outer Banks.

Das Film-Haus steht noch heute, wurde allerdings nach dem Dreh von einem Hurrikan verwüstet. Die neuen Besitzer transportierten es an einen sicheren Ort (scheint hier eine gängige Praxis zu sein), tauften es „Serendipity“ und vermieten heute Teile davon an Touristen.

Das Filmhaus aus "Nights in Rodanthe"

Auch im Film kommt ein Sturm vor und Richard Gere seiner Filmpartnerin näher. Bald kann ich nicht mehr unterscheiden, ob der Sturm nur im Film tobt oder uns auch im realen Leben bald das Dach überm Kopf wegfegt. Tut er nicht, dafür stirbt Richard Gere. Kitsch-as-Kitsch-can aber zumindest mit Lokalkolorit.

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