Glamping und Irrwege


Nach dem Sanddünen-Debakel gönnen wir uns jetzt ein bisschen Luxus. Auf dem nordholländischen Festland habe ich den kleinen Glamping-Platz Strand 49 ausfindig gemacht. Glamping kombiniert Glamour und Camping und das trifft auf diesen entzückenden Platz in Sint Maartensbrug wirklich zu. Er liegt inmitten von Blumenfeldern, die Stellplätze sind gross und der Clou: auf jedem Platz steht ein heizbares, persönliches Dusche/WC-Häuschen! Der Besitzer ist ein junger Typ, cool und locker, keine Formalitäten und Brötchen kann man sich auch bestellen. Er vermietet übrigens auch schöne, moderne Ferienhäuschen!

Glamping mit privater Dusche

Zum Strand sind es mit dem Velo nur 10 Minuten und da wartet wieder kilometerlange Einsamkeit auf uns. Auf der Landseite der grossen Düne befindet sich ein Naturschutzgebiet mit zwei Seen. Dahin möchten wir wandern.

Naturschutzgebiet bei Sint Maartenszee

Wir schauen, mangels Wanderkarte, auf die Satellitenversion von Google Maps. Darauf sieht man ja alle Wege real aus der Vogelperspektive. Wir marschieren also fröhlich los, nur um 20 Minuten später bereits wieder auf der Hauptstrasse zu stehen. Die Wege enden alle entweder auf einem Campingplatz oder am Stacheldrahtzaun des Naturschutzgebietes. Der offizielle Eingang in Letzteres befindet sich im nächsten Dorf, also trampeln wir nun auf dem Veloweg der stark befahrenen Strasse entlang. Nöd luschtig…

Wo bitte geht es hier zu See und Strand???

Doch dann biegt plötzlich ein beschilderter Wanderweg links ab, freudig folgen wir ihm, nur um schon bald wieder vor dem Stacheldraht zu stehen. Dahinter hübsche Picknickplätze und der offizielle Wanderweg. Jetzt reichts. Wir zwängen uns unter dem Haag hindurch. Bald schon sehen wir ein Rudel Wildgänse und finden auch den See. Der ist allerdings fest in Hand der Gänse und - viel schlimmer - Territorium tausender Steckmücken! Nix wie weg hier!

Vogelbeobachtungsstation auf dem See

Wunderbare Moor-Landschaft

Google Maps meint, es gäbe einen Weg durch die Dünen zum Strand, denn da wollen wir hin und dem Meer entlang zurück zum Ausgangspunkt. Doch so einfach ist das nicht. Zwischen uns und dem Meer liegt ein grosser Sumpf, den wir umgehen müssen. Dann folgen eine - gottseidank hochlandrindfreie - Kuhweide, zwei Stacheldrahtzäune und mehrere Brennnesselfelder. Zum Abschluss schneidet uns noch das scharfe Dünengras in die mückenverstochenen Wädli. Geschieht uns recht! Man sollte sich eben an die Naturparkregeln halten und vor allem keine Wanderwege auf Google Earth recherchieren! Denn darauf sieht man zwar Wege, aber keine Zäune und Sümpfe …

Brennnesseln, schöne Blumen und Stacheldraht: kein Fall für Google Maps

Inzwischen ist es fast 20.30 Uhr, wir sind hungrig und müde. Aber das Meer ist so schön, die Sonne steht noch immer hoch am Himmel.

Also erfrischen wir uns zuerst im Meer und dann mit einer gehörigen Portion Fisch in der hübschen Strandbeiz. Auch das haben wir verdient!

Fish & Chips à la Holland

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