Von Schwänen, Katzen und Schweinchen

Für heute ist ein bisschen Kultur in Natur angesagt. Im elsässischen Dörfchen Drusenheim ist zur Zeit ein Teil der grossen Ausstellung PlakatWandKunst zu sehen. Inmitten der blühenden Gärten von Altwasser (Jardins de l’Altwasser) stehen riesige Plakate diverser Künstler - eine Augenweide! Infos unter http://www.plakatwandkunst.de/ausstellungen/

Weil es so warm ist, hätten wir gerne noch den kurzen Wanderpfad „chemin de cygne“ (Schwanen-Weg) im kühlen Wald angehängt. Leider fanden wir weder den Anfang irgendeines sinnvollen Wanderweges noch ein Wanderzeichen mit Schwanen-Symbol. Wir erkundigten uns freundlich beim echten, brütenden Schwanenpaar, doch die beiden würdigten uns keines Blickes. Als Alternative gäbe es noch den Biber- oder den Apfelweg. Zumindest auf der Info-Tafel. Aber auch davon keine Spur. Wir pfeifen also auf die Biber, Äpfel und Schwäne und düsen weiter Richtung Rheinland-Pfalz.

Höchste Zeit, Euch mal unsere diesjährige Route zu erläutern: Via Westdeutschland gehts nach Holland und dann über Belgien und Luxembourg zurück in die Schweiz. Zur Zeit gefällt es uns jedoch in Deutschland so gut, dass wir hier vermutlich ein bisschen länger verweilen. Die westlichen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kennen wir nämlich mit Ausnahme der Grossstädte Köln und Düsseldorf kaum.

Wir haben uns den hervorragenden National Geographic-Reiseführer „Wildes Deutschland“ von Norbert Rosing gekauft und nun besuchen wir ein paar der darin beschriebenen 16 Nationalpärke. Der erste heisst Hunsrück-Hochwald und befindet sich in Rheinland-Pfalz. So etwa zwischen Trier im Westen und Mainz im Osten. Zuerst müssen wir aber noch einen geeigneten Campingplatz finden. Haupt-Kriterium: Bademöglichkeit! Und so landen wir in Birkenfeld auf der Waldwiese. Das sieht genau so aus, wie es tönt: Am Waldrand mit natürlichem Badeweiher, viel Grün, viel Platz, viel Ruhe, wenig Menschen. Dafür eine Katze. Sie heisst „Findus“ (?!?) und ist im Übernachtungspreis inbegriffen.

Waldweiher mit Beat und Velo mit Katze Findus

Am Abend essen wir vorsichtshalber im Dorf. Wir wollten eigentlich Forellen grillieren, aber Findus lungert rum. Und es geht grad ein Gewitter nieder. Im Landgasthof „Alt Birkenfeld“ gibts Schnitzel. Mit Spätzle, mit Pommes, mit Panade, mit Rahm- oder Bosnien-Sauce (?). Bisserl Elsass-Deutschland-Kulturschock ...

Aber es ist alles frisch zubereitet und schmeckt köstlich! Vor allem aber sind die Leute hier wirklich sehr, sehr freundlich und hilfsbereit! Im Restaurant, auf dem Campingplatz, wenn man nach dem Weg fragt - überall! Ganz im Gegensatz zu den versnobten, elsässischen Schwänen!

Schnitzel à gogo - man beachte den Preis!

Als wir zum Dessert noch ins Eis-Café Venezia radeln, steht man dort am Sonntagabend Schlange. Zuerst studieren wir die Karte und sind erstmal schockiert: Hier gibts Schnitzel-Eis!!

Spaghetti Normal (Vanilleglace-Spaghetti, Erdbeersauce und Kokosraspel als Parmesan), Spaghetti Carbonara und Tris di Pasta sehen leider auch nicht vielversprechender aus. Und für die Kids gibts „Schweinchen“.

Café Venezia in Birkenfeld: The Place to be!

Aber der Besitzer des Eis-Cafés ist Italiener und so stehen wir trotz Schnitzel, Carbonara und Co. tapfer an. In der Schlange kommt man miteinander ins Gespräch. Und wir gönnen uns auf Empfehlung des „Niemandsländer“ („wir wohnen hier im Niemandsland, wir sind weder Saarländer noch Pfälzer, aber lustig“, meint der Mann hinter uns in der Schlange), wir gönnen uns also ein Haselnuss-Herz. Ganze Piemonteser Haselnüsse (ich bin süchtig danach!) mit Schoko- und Haselnussglacé - ein Traum! Für diese Kreation hat das Birkenfelder Café Venezia sogar einen Preis gewonnen. Wir glauben alles und würden jetzt sogar „Schweinchen“ bestellen! Morgen werden wir die Kalorien auf dem Hunsrück ja wieder abstrampeln.

REISE-INFOS

Route:

Obernai (Elsass)- Drusenheim (Elsass) - Saarbrücken (Saarland) - Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) Übernachten:

Camping Waldwiesen: Sehr schöner naturbelassener und ökologisch geführter Platz am Waldrand mit vielen grossen Wiesen. Stellplätze von Hecken umgeben, herrlicher Natur-Badeteich. Bisher unser absoluter Favorit! In 10 Fahrradminuten ist man im Städtchen Birkenfeld. Supermärkte und Bäckerei sind nur 5 Minuten entfernt. Der Platz ist Partner des Nationalparks "Hunsrück-Hochwald“ mit seinen vielen Wanderwegen (Traumschleifen) und man erhält von der netten Besitzerin alle Infos und Broschüren.

Sehenswert:

Unbedingt eine der zahlreichen Traumschleifen wandern!

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