Der Tag danach ...


Ich hatte geträumt, dass unser Audi nicht todkrank, sondern lediglich von einem bösen Erkältungs-Virus befallen sei. Das erklärt endlich auch die Irrlichter in unserem Wohnwagen. Der Audi hat den Troll angesteckt!

Denn schon vor einigen Wochen stand ich bereits einmal, beladen mit vier grossen Tontöpfen und gefühlten 20 Kilo Gartenerde, auf einem Landi-Parkplatz in Höri. Weder die Hecktür noch die hinteren Türen unseres Autos liessen sich öffnen. Nachdem ich alles sehr umständlich über den Beifahrersitz verstaut hatte, liess sich das Auto auch nicht mehr starten. Erst dachte ich: dumme, fast 60-jährige Blondine, schafft es wirklich nicht mehr, mit neuen, mehrheitlich computergesteuerten Autos umzugehen. Nach mehreren erfolglosen Startversuchen – die Leute guckten schon komisch - rief ich dann doch resigniert den First-Level-Support-Ehemann an. Er meinte, ich solle mal aussteigen, Türen schliessen, Türen öffnen und siehe da, das Auto sprang wieder an! Vermutlich war er aber da schon krank.

Merkwürdigerweise haben sich unsere Wohnwagen-Lämpli beruhigt. Vermutlich hat der Troll die Elektro-Erkältung überstanden. Jetzt müssen wir nur noch den Audi wieder flott kriegen. Dafür bestellen wir den Audi-Monteur und diesmal geht es ganz schnell. Innert einer Stunde steht der Mann auf unserem Campingplatz und verpasst dem armen Auto eine Elektro-Infusion.

Wir gönnen uns dafür eine Küstenwanderung und freuen uns auf Panorama-Aussichten wie diese hier:

Doch je länger wir wandern, desto merkwürdiger erscheint uns dieser hochgelobte „sentier du littoral“. Immer wieder führen steile Treppen an einen kleinen Strand hinunter, nur um nach knapp 200 Metern auf der anderen Seite wieder ebenso steil hinaufzuführen.

Am Strand befindet sich jeweils ein Parkplatz, ein Restaurant und ein Surfer-Strand. Nichts Besonderes. Schlimmer ist jedoch der Weg nach dem steilen Aufstieg. Der führt nämlich über einen asphaltierten Veloweg oder auf Trottoirs über längere Strecken der Strasse entlang. Nix Küstenweg auf luftigen Höhen in unberührter Natur! Immerhin: ein hübsches Picknick-Plätzchen wird uns noch gegönnt:

Nach drei Stunden wandern und mehrfachen Schildern mit dem Hinweis: „sentier fermé“, dämmert es uns: Die steil abfallenden Küsten sind bröcklig, der Weg absturzgefährdet, also teilweise geschlossen. Alternative: auf Strasse wandern. Nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.

Nach gut vier Stunden stehen wir endlich an der schönen Bucht von Saint Jean de Luz.

Es dürstet uns nach Bier und einem kühlenden Bad im Meer. Ich wollte mich schon in die Fluten werfen, als Beat ein neues Schild entdeckt: „Wegen witterungsbedingten hygienischen Verunreinigungen ist zur Zeit das Baden in dieser Bucht nicht möglich“. Mit anderen Worten: Es hatte die ganze Scheisse aus der offenbar kläranlagenbefreiten Region in das schöne Meer gespült! Unglaublich!

Resigniert gönnen wir uns wenigstens ein sauberes Bier und das Betrachten von diversen modischen Geschmacksverirrungen auf dem Pier von Saint Jean de Luz. Das Städtchen hingegen ist sehr hübsch und durchaus einen Besuch wert. Vielleicht einfach ohne Bade-Absichten ...

Zurück bringt uns ein Taxi und es erwartet uns ein fast gesunder Audi. Er sollte uns auf jeden Fall ohne nennenswerte Probleme zurück in die Schweiz bringen, meinte der Monteur. Dort hätte er jedoch gerne noch eine zweite Elektro-Infusion. Selbstverständlich. Wir bringen ihn daheim sofort in die Amag-Reha-Klinik.

Den Abend verbringen wir im Restaurant „La Plancha“ in Biarritz.

Und jetzt hat uns das Glück wieder eingeholt! Die Füsse im Sand, geniessen wir einen herrlichen Abend bei gutem Essen, gutem Wein und der schönsten Aussicht auf die wunderschön wilden Wellen des Atlantiks. Sonnenuntergang inklusive!

Und ein Selfie (mit Selbstauslöser) muss auch mal sein!

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