Kultur und Futter im Burgund


Kultur und Futter im Burgund

Hallo, liebe treue Leserinnen und Leser. Wir haben Euch nicht vergessen, aber Beat meinte, wir müssten jetzt erst mal „was erleben“, das es zu erzählen gibt. Der hat vielleicht Vorstellungen - ist doch alles eine Frage der Fantasie!

Die Wahrheit ist: wir sind dem Burgund verfallen. Und dem Burgunder Wein ebenso. Ich sah mich also ausserstande, etwas Sinnvolles zu schreiben. Doch jetzt bin ich wieder nüchtern und kann Euch berichten: Sollte es Euch mal ins Burgund verschlagen, müsst Ihr Beaune unbedingt einplanen. Es ist ein hübsches Städtchen zum Flanieren und Dinieren!

Am Radweg von Meurseault nach Braune

Wir radelten also hin, denn da gabs Kultur für mich (das berühmte Hôtel-Dieu aus dem 15. Jahrhundert) und Futter für Beat (Salade Niçoise). Was wir aber beide genossen! Und ja, ich weiss, der "salade niçoise" gehört eigentlich nicht ins Burgund, aber er schmeckte trotzdem „excellente“.

Das Hôtel Dieu ist übrigens kein Hotel, sondern ein Hospices Civils, also ein Spital. Bzw. war es mal. Heute ist es ein sehr sehenswertes Museum. Gegründet wurde das Hospiz 1443 durch Nicolas Rolin. Er war "chancelier du duc de Bourgogne et Guigone de Salin" - was immer das genau war. Egal - der Mann war ein Guter, denn er gründete das Spital für die Armen. Wenn diese manchmal auch zu zweit in den durchaus hübschen Betten lagen, so bekamen sie hier doch gratis Pflege und Betreuung.

Was mir besonders gefiel: Der grosse Bettensaal mündete direkt und offen in eine Kapelle. Und die Kranken konnten so an allen Zeremonien teilhaben. Von der Taufe über die Hochzeit bis zur Beerdigung fand hier alles statt.

Altar-Bild im Museum des Hôtel Dieu

Auch wenn man nicht gläubig ist, finde ich die Vorstellung sehr tröstlich, dass die Kranken hier nicht nur Medikamente, sondern auch ein wenig Teilhabe am Leben bekamen. Und das zweite Gute an dieser Geschichte: Die Nachfahren führten das Werk von Monsieur Rolin und seiner Frau weiter und bis heute finanziert die Stiftung ein Spital, wenn auch in moderneren Gemäuern. Dort finden allerdings keine Hochzeiten mehr statt. Eigentlich schade...

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