Venedig Portugals und instagrammtaugliche Häuschen


Heute wollen wir endlich den Atlantik sehen. Der Weg führt uns nach Aveira, das auch als Venedig Portugals bezeichnet wird. Na ja, ein bisschen übertrieben ist das natürlich schon aber das historische Zentrum des Lagunen-Städtchen ist sehr hübsch mit seinen gekachelten Häuserfassaden und vielen renovierten Jugendstilhäusern.




Wie in Venedig lauern auch hier charmante Gondoliere, die dich in ihren bunt bemalten Moliçeiros (Niedrig-wasserboote) durch die Kanäle schippern möchten. Wir lehnen dankend ab und machen uns auf die Suche nach dem Meer.




Im weiter südlich gelegenen Praia da Barra (Praia heisst Strand) werden wir endlich fündig. Hinter dem Leucht-turm breitet sich ein endlos scheinender Sandstrand aus und man könnte stundenlang auf den Holzbohlenwegen spazieren gehen. Ich lasse mich im Strandcafé nieder und bestelle einen Café Bingo. Der Kellner schaut mich fragend an, um dann lachend zu erwidern: "Ah, you mean Café Pingado". Bingo, Pingo, Pingado, alles Wurscht, ich will jetzt einfach einen Café Macchiato. Ist doch ganz einfach mit dem Portugiesisch!



Im nahe gelegenen Costa Nova/Ilhavo, das auf einer lang gezogenen Sandbank vor der Küste liegt, bewundern wir die bunt gestreiften Häuschen, welche früher den Fischern als Materiallager dienten und heute mehrheitlich Ferienhäuser sind. Dieser Ort scheint sich unter Instagrammerinnen herumgesprochen zu haben. Eine nach der andern posiert sich vor einem Häuschen, zupft an Haaren und Kleidern rum, spitzt die Schnute, wirft sich in immer die gleiche Pose und knipst in erster Linie sich selbst. Oder die Freundin knipst. Oder der Assistent. Ich setze mich auf ein schattiges Bänkli und warte, bis wir ein Häuschen ohne Instagrammerin erwische. Es dauert...



In Praia di Mira schauen wir den Fischern zu, wie sie ihren Fang einholen. Mehrmals am Tag fahren sie mit ihren Halbmond-Booten raus und ziehen nach ein paar Stunden die selbst genähten Netze mit Traktoren auf den Strand. In riesigen Schwärmen surren Möwen um sie herum und warten auf fette Beute.



Wir begnügen uns mit einem Blick und einem Foto der hübschen Kapelle mit dem langen Namen "Capela Nossa Senhora da Imaculada Conceiçao": Kapelle unserer Muttergottes der unbefleckten Empfängnis oder so was ähnlich Erschöpfendes. Hier sind glücklicherweise keine Instragrammerinnen zu sehen, sondern nur alte Frauen, in Kopftücher gehüllt, die Maria ein Gebet schenken.


Und jetzt auf nach Coimbra, der Universitätsstadt am Rio Mondego!



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