Heilige Grotten und dunkle Wälder





Am frühen Morgen gehört das Meer in Villanotica noch ganz uns. Es ist meine liebste Zeit am Strand. Und das Beste: das kleine Strandcafé öffnet bereits um 8 Uhr und wir können mit Meerblick einen Cappuccino und frisch gebackene Brioche geniessen!



Heute machen wir einen Ausflug ins Landesinnere des Gargano. Wir nehmen die Küstenstrasse wo wir noch ein "Trabuccho" bewundern. Das sind auf Stelzen erbaute Fischer-Plattformen, die erst kürzlich renoviert wurden.



Danach schrauben wir uns mal wieder auf engen Strassen durch Olivenhaine hoch ins Städtchen "Monte Sant'Angelo". Es ist ein Pilgerort und viele kommen, um in der berühmten Kirchengrotte zu beten. Hier ist nämlich anno 490 n.Chr. der Erzengel Michael so ganz zufällig einem Bischof über den Weg geflattert und seither ist die Kirche ein viel besuchter Wallfahrtsort.


Terrassen für Olivenbäume


Monte Sant'Angelo


Man muss natürlich Maske und anständige Kleidung tragen, darf nicht fotografieren und auf keinen Fall ein Glacé essen! Dummerweise haben wir das erst beim Verlassen der Kirche gelesen... Zuerst steigt man viele Treppen zur Grotte hinunter und der Zufall will es, dass wir gerade noch dem Ende einer Messe beiwohnen können.


Die berühmte Kirchengrotte von Monte Sant'Angelo


Danach schlendern wir durchs hübsche Städtchen und kaufen ortstypische Leckereien ein: Orecchiette (Öhrchenteigwaren), Taralli (ringförmiges Apéro-Gebäck) und ein Nudelholz (mal schauen, wie oft das zum Einsatz kommt).




Von den getrockneten Tomaten rät uns der Besitzer eines wunderschönen Geschäftes ab: die Tomaten seien noch gar nicht reif und was in anderen Geschäften verkauft werde, stamme aus Afrika und sei unkontrollierte Ware. So so! Auch die sehr ortstypischen "Ostie ripiene" (gefüllte Hostien) lassen wir links liegen. Das Zeug sieht extrem klebrig aus und ich mag Hostien schon ohne Füllung nicht. Dann doch lieber ein "granita al limone"!




Langsam wird es heiss und wir flüchten in die Foresta Umbra (dunkler Wald). Unter schattigen Bäumen gönnen wir uns ein kaltes Plättli und geniessen das kühle Lüftchen.




Danach machen wir natürlich noch eine Wanderung. Ich hatte mich vorgängig im Besucherzentrum mit einer Karte ausgerüstet (was denn sonst!) und liess mir einen gut stündigen Spaziergang erklären (sempre a sinistra). Und siehe da - dank Karte UND Outdooractive haben wir uns nicht verirrt! Ausserdem lernten wir den stechenden Mäusedorn kennen.



Stechender Mäusedorn


Auch meine neue App "Zwitschomat" leistete hervorragende Dienste. Sie hatte mir schon in der Toskana die vermeintliche, nächtliche Alarmanlage als "kleine Waldohreule" übersetzt. Jetzt erkannte sie für uns den Buchfink. Tja, ist halt nicht alles exotisch im Gargano...


Die Foresta Umbra ist ein riesiges Waldgebiet, das sich über 5000 Hektaren erstreckt. Nur ein Teil davon ist für Wanderungen und Picknicks zugänglich - der Rest aus Naturschutzgründen komplett gesperrt. Und an heissen Sommertagen ist es hier wirklich herrlich angenehm und viele Italiener nutzen die schattigen Picknick-Plätze, neben denen es natürlich einen Parkplatz hat. Auf den Wanderpfaden waren wir zumindest ganz allein...





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