Atlantikzauber und die Macht portugiesischer Mütter




Die Atlantikküste hier im Westen ist überwältigend schön! Hohe Felsen säumen endlose Strände aus feinstem, hellem Sand. Das Meer schäumt - je nach Wind - in grossen oder kleinen Wellen heran, türkisfarben und azurblau. Man möchte einfach nur noch reinspringen.






Allerdings ist das eine eher kühle Angelegenheit: 17.5 Grad ist um diese Jahreszeit normal und auch im Sommer wird der Atlantik nicht viel wärmer. Aber für eine kurze Abkühlung reicht es allemal und spazieren kann man hier stundenlang. Wir geniessen Sonnenauf- und Sonnenuntergang, schauen den jungen Surfern zu, wie sie - von Kopf bis Fuss in Neopren gehüllt - auf die ideale Welle warten.




Am Nachmittag schwingen wir mal die Golfstöcke und lernen ein sehr nettes junges Ehepaar aus Toronto kennen. Er spielt mit gemieteten Stöcken hervorragend Golf und klagt nur ein wenig, dass seine Golf-Ausrüstung nicht nach Portugal gekommen sei. Wir dachten, sie sei als Gepäckstück irgendwo gestrandet, doch die Sache war ganz anders und hatte mit seiner Mutter zu tun.




Dazu muss man Folgendes wissen: Die beiden sind zwar in Toronto geboren, haben aber portugiesische Eltern. Als der junge Mann zehn Jahre alt war, kam seine Familie nach Portugal, konnte sich jedoch nicht mehr richtig einleben und kehrte wieder nach Toronto zurück. Jedes Jahr wird nun aber die Verwandtschaft in Portugal besucht. Nach der langen Coronapause wollte logischerweise die ganze Sippe in die alte Heimat. Und da bringt man natürlich immer eine ganze Menge Geschenke mit. Am Flughafen sei ein regelrechtes Chaos ausgebrochen, weil die Mütter dermassen viel Gepäck dabei hatten, dass unmöglich alles eingecheckt werden konnte. Zeter und Mordio wurde geschrien und argumentiert: Das ist für Opa José, das für Tante Maria, dieses für Schwester Lucia. Keine der Damen wollte auf irgendwas verzichten, sodass am Schluss der junge Mann auf seinen Golfsack verzichten musste. Frauen haben schliesslich immer recht und ganz besonders portugiesische Mütter. Das Beste an der Geschichte ist jedoch, was die Damen eingepackt hatten. Seine Mutter zum Beispiel hatte einen ganzen Koffer voll Kartoffeln (!) dabei. Ihr Argument: portugiesische Kartoffeln könne man ja nicht essen!




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