Dene säged mers nöd!

Pont d'Arc

Die Ardèche ist ein Fluss, der über Jahrtausende in seinem Unterlauf einen beeindruckenden Canyon - die gorges de l'ardèche - gebildet hat. Rund um die Schlucht führt eine Pass-Strasse, von der aus man atemberaubende Blicke in die Schlucht und auf die Pont d’Arc, eine natürliche Steinbrücke, hat.

Nachdem wir unseren Troll im Camping du Pont installiert haben, sind wir bachnass und wollen uns nur noch in die Ardèche stürzen. Wir trotten einem jungen Paar mit Hund hinterher und gelangen nach zehn extrem heissen Minuten direkt auf den Wichtsack-Felsen. Von da müssten wir uns 10 Meter in die Tiefe stürzen...

Da Beat mich mit solchen Dummheiten nicht mehr beeindrucken muss und die Felsen-Jungs uns schon sehr misstrauisch mustern, treten wir schleunigst den Rückzug an. Und finden endlich den winzigen Sandstrand mit seniorengerechtem Zugang zum Wasser. Was für eine Wohltat!

Jetzt wollen wir aber Kanu fahren. Das macht nämlich unheimlich Spass und ist im Gegensatz zu 10-Meter-Sprüngen von Felsen auch für ältere Semester zu empfehlen. Man wird 11 Kilometer (oder mehr, je nach Lust und Zeit) flussaufwärts gekarrt und dann mit einer wasserfesten Tonne für Proviant "ausgesetzt".

Leider führt die Ardèche wegen grosser Hitze nicht all zu viel Wasser. Und schon nach 10 Minuten "schleipfen" wir unser Kanu über rutschige Steine bis zur nächsten tiefen Stelle. Sieht nicht sehr elegant aus...

Doch wir lernen schnell. Immer den Stromschnellen nach aber da, wo es aufspritzt, besser nicht. Das sind immer grosse Steine. Und wenn man direkt auf so einen drauffährt, bleibt man da auch sitzen. Ist uns natürlich auch noch zweimal passiert. Am lustigsten finde ich die Wasser-Rutsche. Sie befindet sich mitten im Fluss und überwindet eine grössere Stromschnelle. Rechts und links drönt das Wasser und wir rutschen mittendurch, natürlich nicht, ohne klatschnass zu werden. Aber das ist bei der momentanen Hitze eine echte Wohltat.

Danach folgt eine Strecke mit tieferem Wasser und wir geniessen die Fahrt. Ein bisschen paddeln, treiben lassen, paddeln, treiben lassen. Dazwischen auswassern, Sandwiches futtern, schwimmen, "Steimandli" bauen und den anderen Kanuten zusehen.

Wir haben einen Picknick-Platz direkt vor einer Art Verzweigung der Ardèche ausgesucht. Links läuft man auf und trägt das Kanu, rechts kommt man durch. Das können wir schön an den vorbeipaddelnden Kanuten lernen.

Und dann machen wir ein böses Spiel. Den netten Kanuten verraten wir die korrekte Richtung, den Blöden sagen wir nichts. Die Entscheidung über "nett" und "blöd" ist ganz einfach: Wer uns nett grüsst, bekommt die korrekte Richtung. Den "Oberlehrern" (ich habe dir doch gesagt, du sollst mehr paddeln!) und den "Anschreiern" (links, ich hab links gesagt, hergottnochmal!!) sagen wir nichts. Und amüsieren uns königlich!

PS: Ein klitzekleines Vorurteil hat sich leider doch bestätigt: Deutsch sprechende Kanuten waren in Kategorie 2 deutlich in der Mehrzahl...

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